Tongrube Aga  Foto Frank Riedel
Tongrube Aga Foto Frank Riedel

Das Team der „Adelheid Meißner GmbH“ ist mit sehr viel Energie, Fachwissen und Ideenreichtum dabei, den vorderen Teil der Tongrube von einer industriell genutzten Fläche in einen naturnahen Raum zurückzuverwandeln.

Immer auf der Suche, meiner kleinen Enkelin Grundwissen über unser Lebensumfeld so einfach wie möglich zu erklären, nahm ich das Angebot von Uwe Meißner an, mit ihm eine Führung durch das Gelände zu erleben.

Vier Teiche existieren hier. Der kleinere Teich, hier im Gebiet wird er als eigenständiger Biotop bezeichnet, ist das Restloch der alten Tongrube. In diesem Teich badeten wir als Kinder zu DDR-Zeiten sehr gern. Nicht nur der Badesee, auch das Areal drumherum beeindruckte uns damals mehr als das Roschützer Bad. Der lange Radfahrweg von Dorna nach Aga und zurück schreckte uns da nicht ab (Klar waren die Straßenverhältnisse damals viel fahrradfahrfreundlicher als heute).

Zwei weitere kleinere Teichanlagen dienen der Wasserversorgung der Transportfahrzeuge, um die Fahrwege zur Staubvermeidung zu benässen.
Der größere Teich wurde mit viel Muskelkraft der Eigentümer der „Adelheid Meißner GmbH“ von einer Menge Unrat befreit. (Interessant und zugleich erschreckend hörte ich, was da so alles ins Wasser geworfen und danach gefunden wurde.)

Hier trainieren nicht nur die „Eisbader“, auch ein Eisvogelpaar hat seinen Nist- und Lebensplatz dort (und auch am Biotop) eingerichtet. Eisvögel sind mit ihrem blau-orange schillerndem Gefieder ein echter Hingucker und nur ganz kurzzeitig zu sehen. Sie leben in der Nähe von möglichst sauberen Gewässern und ernähren sich vor allem von Fischen, aber auch von Insekten und Kaulquappen.

Andere seltene Vogelarten, wie Neuntöter, Feldlerche, Regenpfeifer, Schafstelze, Waldohreulen, Milan, Kauz, Bussard, haben ihren Lebensraum hier gefunden. Ebenso durchstreifen auch Fuchs und Hase die Gegend.

Auf einer kleinen Anhöhe des Gebietes der Tongrube sind zwölf, einem Aquarium ähnlich aussehende, viereckige Miniteichanlagen, als Terrarium angelegt. Sie dienen der Aufzucht kleiner Amphibienarten, wie Molche, Kröten und Unken. Eine sehr gute Idee, denn die Bestände an Amphibien in Deutschland sind stark zurückgegangen, weil ihre Lebensräume minimiert wurden. Einheimische Amphibien sind wichtig, denn sie vertilgen auch schädliche Insekten.

Einige Fahrwegränder der alten Tongrube sind mit Flechtwerk oder Steinhäufchen natürlich begrenzt. Außerdem sah ich hier auch vereinzelt die gelben Huflattich-Blüten wachsen. (Der Huflattich, getrocknet als Tee, wurde bei uns zu Hause früher bei Husten, als ein altes Hausmittel, getrunken.)

Was außerdem noch auf dem Gelände der ehemaligen Tongrube Aga los ist, beschreibe ich in der nächsten Ausgabe unseres „Agaer Heimatblattes“ unter dem Begriff „Rekultivierung“.

Feldhase Tongrube Aga Frank Riedel D2025
Frank Riedel Neuntöter Jungvogel
Neuntoeter Hahn Tongrube Aga Frank Riedel D2025
thumb Huflattich Blueten Tongrube Aga Frank Riedel D2025